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Modulbeschreibung
GLASZE, G.,
MATTISEK, A. (2009): Diskursforschung in der
Humangeographie: Konzeptionelle Grundlagen und empirische
Operationalisierungen. In: diess. (Hrsg.): Handbuch Diskurs und Raum.
Theorien und Methoden für die Humangeographie sowie die
sozial- und
kulturwissenschaftliche Raumforschung. Bielefeld. S. 11 – 59.
TORFING, J. (2003): Introduction: Discourse
Theory in Context. In: ders. (Hrsg.): New
theories of discourse. Laclau, Mouffe and Ziszek.
Oxford. S. 1 – 8.
FOUCAULT, M. (2005): Subjekt und Macht. In: EWALD, F., Defert, D.
(Hrsg.): Schriften in vier Bänden. Dits et Écrits.
Band 4. 1980-1988.
Frankfurt/M. S. 269 – 294.
SAUSSURE, F. (1916): Grundfragen der allgemeinen Sprachwissenschaft.
In: MERSCH, D. (1998): Zeichen über Zeichen. Texte zur
Semiotik von
Peirce bis Eco und Derrida. München. S. 193 – 215.
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Nadine
Marquardt
Henning Füller
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Im Modul
Gouvernementalität möchten wir uns mit einer
gesellschaftskritischen
Erweiterung des diskursanalytischen Forschungsprogramms
auseinandersetzen. Hintergrund ist die Verschiebung in den Arbeiten von
Michel Foucault, der sich zunächst für
Wissensordnungen und deren
Machteffekte interessierte und später immer stärker
die
gesellschaftliche und institutionelle Verankerung solcher
Macht/-Wissen-Komplexe in den Vordergrund gestellt hat.
Gouvernementalität bezeichnet Foucaults Forschungsanregung,
aus einer
Beobachtung aller mö glicher Schauplätze von
Kräfteverhältnissen (etwa
die jeweils dominanten Redeweisen, aber auch angewandte Regeln und/oder
architektonische Arrangements etc.) auf vorherrschende Grundmuster des
„Regierens“ zu schließen.
In dem Modul werden wir grundlegende Begriffe gemeinsam reflektieren
und zentrale Aussagen im Hinblick auf das Anwendungsfeld der
Stadtforschung beispielhaft illustrieren. Einen zentralen Teil des
Moduls möchten wir der (im Fall der
Gouvernementalität akuten)
Schwierigkeit einer Übersetzung des theoretischen Apparats zu
Leitbegriffen eigener empirischer Forschungsvorhaben widmen. Zur
Vorbereitung bitten wir um die Lektüre einer der Vorlesungen
Foucaults
aus dem Studienjahr 1977/1978 (Foucault 2004). Für eine
Darstellung
zentraler Begriffe und ihrer Verwendung bei Foucault ziehen Sie bitte
auch den allgemeinen Grundlagentext von Foucault (2005) im Reader heran.
Lesetexte:
FOUCAULT, M. (2004): Vorlesung IV. Sitzung vom 1. Februar 1978. In:
Geschichte der Gouvernementalität I. Sicherheit, Territorium,
Bevölkerung. Frankfurt am Main. S. 134 – 172.
FOUCAULT, M. (2005): Subjekt und Macht. In: EWALD, F. DEFERT, D.
(Hrsg.): Schriften in vier Bänden. Dits et Écrits.
Band 4. 1980-1988.
Frankfurt/M. S. 269 – 294.
Hinweis auf Handbuchtext
Die generelle Stoßrichtung des Moduls ist dargelegt in:
FÜLLER, H., MARQUARDT, N. (2009): Gouvernementalität
in der
humangeographischen Diskursforschung. In: GLASZE, G., MATTISSEK, A.
(Hrsg.): Handbuch Diskurs und Raum. Bielefeld. S. 83 – 106.
Dort finden sich auch zahlreiche weitere Literaturhinweise.
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Die
Diskurs- und Hegemonietheorie von Laclau und Mouffe
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Iris Dzudzek
Georg Glasze
Annika Mattissek
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Das
Modul führt in die Diskurs und Hegemonietheorie von Laclau und
Mouffe
ein. Die beiden Politikwissenschaftler interessieren sich
dafür, wie
bestimmte gesellschaftliche Verhältnisse hegemonial werden. In
der
kritischen Weiterentwicklung marxistischer Ansätzen gehen
Laclau und
Mouffe davon aus, dass gesellschaftliche Beziehungen nicht allein durch
politökonomische Verhältnisse bestimmt sind, sondern
in der
Überlagerung einer Vielzahl gesellschaftlicher
Differenzachsen,
konkurrierender Identitätskonstruktionen und
Ordnungsvorstellungen
entstehen. Aus einer konsequent poststrukturalistischen Denktradition
heraus argumentierend ermöglicht es diese Perspektive,
gesellschaftliche Ungleichheiten und (raumbezogene) kollektive
Identitäten neu zu denken und auf dieser Basis
gesellschaftliche
Strukturen zu kritisieren.
Lesetexte:
GLASZE, G. UND A. MATTISSEK (2009): Die Hegemonie- und Diskurstheorie
von Laclau und Mouffe. In: dies. (Hrsg.): Handbuch Diskurs und Raum.
Theorien und Methoden für die Humangeographie sowie die
sozial- und
kulturwissenschaftliche Raumforschung. Bielefeld. S. 153-179.
LACLAU, E. (2002): Universalismus, Partikularismus und die Frage der
Identität. In: ders (Hrsg.): Emanzipation und Differenz. Wien.
S. 45-64.
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Diskursforschung
als Gesellschaftsanalyse
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Bernd Belina
Boris Michel
Sebastian Schipper
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Im
Modul diskutieren wir Diskursforschung als Gesellschaftsanalyse. Mit
der Kritischen Diskursforschung (critical discourse analysis, cultural
political economy) verstehen wir die Untersuchung von Diskursen i.S.v.
Gesprochenem und Geschriebenem als einer Art und Weise, etwas
über
Gesellschaft zu erfahren. Dieses Vorgehen hat zum Ziel Verschiebungen
im Diskurs nicht nur zu beschreiben, sondern mit Bezug auf
gesellschaftliche Verhältnisse erklären zu
können.
Lesetexte:
FAIRCLOUGH, N. (2005): Critical discourse analysis. Marges
linguistiques H. 9: 76-94, insb. S. 76 – 80.
JESSOP, B. (2007): State Power. A Strategic-relational Approach.
Cambridge. S. 47 – 52.
Die generelle Stoßrichtung des Moduls ist dargelegt in:
BELINA, B., DZUDZEK, I. (2009): Diskursanalyse als
Gesellschaftsanalyse. Ideologiekritik und kritische Diskursanalyse. In:
GLASZE, G., MATTISSEK, A. (Hg.): Handbuch Diskurs und Raum. Bielefeld.
S 129 – 152.
Dort finden sich auch zahlreiche weitere Literaturhinweise
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Dieses Modul
konzentriert sich auf die gesellschaftlichen
Konstitutionsprinzipien von Körpern, Identitäten und
Räumen aus
performativitätstheoretischer Perspektive – und zwar
insbesondere auf
deren Macht-durchwobene Co-Konstitutionen. Mit Judith Butler umfasst
diese Art der Konstitution weit mehr als die sprachlich-symbolische
Konstruktion im Sinne von Repräsentation und
Bedeutungszuschreibung,
nämlich auch die soziale und materielle Dimension.
Vor diesem Hintergrund geht es um ein Verständnis
soziokultureller
Normen, die als hegemonialer Diskurs fungieren und die
Materialisierungen von Räumen und Körpern
’regieren’. Neben der
theoretisch-konzeptionellen Rückbindung an Butler
schließt dies auch
die an Foucault mit ein, um mithilfe des
Performativitäts-Ansatzes eine
Art Antipode zur herkömmlichen Trennung von Mikro- und
Makroebene, von
Individualisierung und gesellschaftsstruktureller Institutionalisierung
aufzuzeigen.
Lesetext:
GREGSON, N., ROSE, G. (2000): Taking Butler elsewhere:
performativities, spatialities and subjectivities. In: Environment and
Planning D: Society and Space 2000. Vol. 18. S. 433 – 452.
STRÜVER, A., WUCHERPFENNIG, C. (2009): Einführung:
Performativität als
diskursive Praxis der Produktion von Realität. In: GLASZE, G.,
MATTISSEK, A. (Hrsg.): Handbuch Diskurs und Raum. Theorien und Methoden
für die Humangeographie sowie die sozial- und
kulturwissenschaftliche
Raumforschung. Bielefeld. S. 107 – 128.
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Aussagen-
und Argumentationsanalyse
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Aussagen-
und Argumentationsanalyse gehören zu den Mikromethoden der
Textanalyse.
Mit ihrer Hilfe können implizite, die Interpretation von
Texten
beeinflussende Vorannahmen ebenso untersucht werden, wie die innere
Heterogenität von Texten, die Hinweise auf Brüche und
Widersprüche in
Diskursen gibt. Das Modul führt in die genannten Verfahren ein
und
macht deutlich, wie auch aus kleinen Textfragmenten Schlüsse
über
größere diskursive Zusammenhänge abgeleitet
werden können.
Lesetexte:
MATTISSEK, A. (2009): Die Aussagenanalyse als Mikromethode der
Diskursforschung. In: GLASZE, G. UND A. MATTISSEK (Hrsg.): Handbuch
Diskurs und Raum. Theorien und Methoden für die
Humangeographie sowie
die sozial- und kulturwissenschaftliche Raumforschung. Bielefeld. S.
279 – 291.
FELGENHAUER, T. (2009): Raumbezogenes Argumentieren: Theorie,
Analysemethode, Anwendungsbeispiele. In: GLASZE, G. UND A. MATTISSEK
(Hrsg.): Handbuch Diskurs und Raum. Theorien und Methoden für
die
Humangeographie sowie die sozial- und kulturwissenschaftliche
Raumforschung. Bielefeld. S. 261 – 278.
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Lexikometrie
(Korpuslinguistik)
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Iris Dzudzek
Georg Glasze
Florian Weber |
Das Modul
„Lexikometrie“
führt in die computergestützte, quantitative Analyse
textübergreifender
Muster ein. Lexikometrische Verfahren operationalisieren
diskurstheoretische Ansätze, indem sie – ausgehend
von der Annahme,
dass die Bedeutung von Begriffen durch die
regelmäßige Verknüpfung mit
anderen Begriffen hergestellt wird – die Artikulation von
Elementen in
Diskursen empirisch als regelmäßige
Verknüpfungen von Begriffen in
gegebenen Textkopora fassen.
Lexikometrische Verfahren bieten eine Chance, in umfangreichen
digitalen Textkorpora diskursive Strukturen sowie deren
Veränderung
induktiv herauszuarbeiten – bspw. Veränderungen im
Zeitverlauf. Das
heißt, dass lexikometrische Verfahren bei der Analyse von
Textkorpora
weitgehend auf Vorannahmen verzichten können und so einen
Beitrag dazu
leisten, auch Muster zu entdecken, die nicht von vorne herein erwartet
wurden.
Lesetext:
DZUDZEK, I.; GLASZE, G.; MATTISSEK, A., SCHIRMEL, H. (2009): Verfahren
der lexikometrischen Analyse von Textkorpora. In: GLASZE, G.,
MATTISSEK, A. (Hrsg.): Handbuch Diskurs und Raum. Theorien und Methoden
für die Humangeographie sowie die sozial- und
kulturwissenschaftliche
Raumforschung. Bielefeld. S. 233 – 206.
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Paul Reuber
Jörg Mose
Shadia Husseini |
Kodierende
Verfahren
gehören auch in der Diskursforschung zu den wichtigsten
Analyse- und
Auswertungsverfahren. Vor diesem Hintergrund wird hier ein erster
Überblick über kodierende Verfahren und deren
Stellung in
diskursanalytischen Forschungsprojekten geliefert.
Anschließend werden
diese am Beispiel politischer Reden in Gruppenarbeitseinheiten erprobt
und deren Stärken und Schwächen ausgelotet. Ziel
dieses Moduls ist es
zu vermitteln, wie kodierenden Verfahren in diskursanalytischen
Forschungsarbeiten angewendet werden können.
Lesetexte:
GLASZE, G., HUSSEINI, S., MOSE, J. (2009): Kodierende Verfahren in der
Diskursforschung. In: GLASZE, G.; MATTISSEK, A. (Hrsg.): Handbuch
Diskurs und Raum. Theorien und Methoden für die
Humangeographie sowie
die sozial- und kulturwissenschaftliche Raumforschung. Bielefeld. S. 89
– 107.
REUBER, P.; PFAFFENBACH, C. (2005): Methoden der empirischen
Humangeographie. Beobachtungen und Befragung. Braunschweig. S. 162
–
170.
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